Gasthof zum Gupf

Verfasst von Fritz am 18. Juni 2016.

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Wer mit Freunden etwas zu feiern hat, fühlt sich in der Alpsteinstube wohl. Die prächtige Bergkulisse vor den Fenstern hebt die Stimmung und das knisternde Feuer im offenen Kamin untermalt den Genuss. Genau das wollten wir erleben, als wir uns mit der SBB auf den Weg machten Richtung Gupf. In St Gallen besteigen wir das Postauto und fahren Richtung Rehtobel. Dort holt uns die Wirtin vom Gupf bei der Haltestelle ab.

Es geht steil Bergauf und wir merken, die Dame fährt diese Strecke nicht zum ersten Mal, es geht richtig zügig die schale und kurvige Strecke den Berg hinauf. Der Gasthof ein typisches Appenzeller Haus thront hoch über dem Bodensee und eine schöne Blumenwiese vor dem Haus empfängt die Gäste von nah und fern.

Das innere alles aus Holz meist Lärchen Zimmermannstäfer schön ausgeleuchtet und zum Teil mit Bauernmalerei verziert. In der Alpsteinstube stehen vor dem Chemié einige Fässchen mit Schottischem Whisky doch das eigentliche Juwel liegt im Untergrund.

Was uns Walter Klose auf die Teller Zaubert während unserem 7 Gang Menü geht für mich unter Gaumenorgasmus. Jeder Gang raffiniert zubereitet und exzellent auf dem Teller in Szene gesetzt.

Vor dem Hauptgang haben wir die Möglichkeit in den Untergrund zu steigen. Eine breite Treppe führt hinunter in den Weinkeller der Superlative. Hier unten lagern circa 30’000 Flaschen der besten und renommiertesten Weine Europas. Was wir da sehen gibt es wohl nicht ein zweites Mal. Im Grossflaschenkeller Hangen an der Gewölbedecke die Besten und teuersten Weine die es gibt. Der Wert all dieser edlen Tropfen geht in die Millionen. Da ist auch noch der besondere Stolz des Weinkellers, die 480 L Weltrekordflasche gefüllt mit 2005 Trockenbeerenauslese Nouvelle Vague Grand Cuvée No. 7. Diese Flasche wiegt 630 Kilogramm. Diese Kelleranlage wurde 1998 neu erbaut und ist eher eine Schatzkammer als ein Weinkeller im eigentlichen Sinn. Ein Muss für jeden Weinliebhaber.

Wer jedoch hier im Gasthaus zum Gupf verweilen will und auch noch übernachten mit Frühstück, sollte jetzt reservieren du wirst nicht der einzige sein. Wir haben fast zwei Jahre gewartet um einen Aufenthalt mit Übernachtung zu bekommen.

 

Gasthaus zum Gupf AG
CH-9038 Rehetobel

Telefon +41 71 877 11 10

 

gupf 1

gupf 2

Man weiss kaum, wohin man den Kopf drehen soll. Auf der einen Seite breitet sich der Bodensee aus, auf der anderen prangt der Säntis. Im Grossflaschengewölbe des Weinkellers dagegen geht der Blick unwillkürlich nach oben: Hier hängt die Decke voller Köstlichkeiten neben denen eine Magnum wie ein niedliches Fläschchen für Halbabstinente wirkt. Auch wenn immer wieder Gäste wegen des Weins auf den Gupf kommen – auch Walter Kloses Küche macht eine hervorragende Figur. Der Chef will die Kochkunst nicht neu erfinden, aber er pflegt passend zur Umgebung kulinarische Tradition auf hohem Niveau.

Zuerst servierte der kompetente Service ein dichtes Kartoffelsüppchen mit gebackenem Kaninchen. Dann gratinierten Ziegenkäse mit Brunnenkresse und Himbeeressig als feine Kombination vielfältiger Aromen. Auch der Salat von weissen und grünen Spargeln mit gebratener Avocado bot geschmacklich mehr als vermutet. Die Taubenbrust wurde von dreierlei Mais (Kölbchen, Polenta, Popcorn) begleitet, für den unerwarteten Akzent sorgten schwarze Baumnüsse. Vorzüglich schmeckte auch die Kartoffel-Kresse-Suppe mit gebratenen Kalbsmilken, sehr üppig in Szene gesetzt wurde das Kalbsfilet auf Champagnerrisotto. Schlanker, aber ebenso gut kam das Zanderfilet auf Spargelragout mit Mönchsbart und Zitronennudeln daher. Bei so hervorragenden Gängen könnte die Küche in Zukunft auf den Chip von der blauen Kartoffel als unnötige Deko auf vielen Tellern locker verzichten. Auch die Desserts waren fein, unser Favorit bleibt aber nach wie vor die ausgezeichnete Crème brûlée. Text: Gault Millau Guide

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