Tizi n’Tichka Pass bis Ouarzazate

Verfasst von Fritz am 23. Februar 2020.

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Der Pass Tizi n’Tichka bildet den höchsten Punkt der Verbindungsstrasse N9 zwischen Marrakesch und Ouarzazate. Die Passhöhe liegt auf 2260 M.ü.M. Die Strasse bildet die kürzeste und meist auch die schnellste Verbindung zwischen der Ebene der Ouarzazate Region.

Bin ich froh, habe ich noch ein warmen Pullover und einen Schal dabei. Die erste Pause, ein Minz Tee ist jetzt fällig hier im Restaurant Tizi ait Barka mit Terrasse und Aussicht auf die Umliegenden Hügel und die Bergwelt. Ein kühler Wind weht mir um die Ohren. Auf der Terrasse angekommen sticht ein erodierter Berghang mit roter Erde, Plantagen, Mandelbäume Ackerland ins Auge. Daher ist hier auch ein beliebter Tour Bus Stopp, wegen der grossartigen Aussicht.

Restaurant Tizi ait Barka Triptramper

Restaurant Tizi ait Barka Triptramper

Ein Entbehrungsreiches Leben im Atlas Gebirge 

Ait Ben Ammar ein uraltes Berber Dorf gegenüber der viel befahrenen Passstrasse. Der alte Lehm und Steinhäuser passen sich farblich und gestalterisch hübsch in den schroffen Berghang ein.

Ein beliebtes Fotomotiv. Beim Betrachten gehen mir einige Gedanken durch den Kopf. Haben die Menschen, die hier leben, die Bauweise den Schwalben abgeschaut? Die Häuser habe nämlich irgendwie eine Ähnlichkeit mit Schwalbennestern. Auch aus Lehm und meist an einer Fassade zu finden.

Für die Berber Familien, die hier leben ist der Winter im Atlas Gebirge äusserst hart. Keine Elektrizität und auch kein fliessendes Wasser im Haus, gekocht wird über dem offenen Feuer. Die Familien, müssen Wasser, Nahrungsmittel und andere Dinge des täglichen Gebrauchs über schmale steinige Pfade zum Dorf transportieren. Dieses Dorf liegt nahe an der Passstrasse ein kleiner Vorteil. Dieses Dorf ist bei weitem nicht das einzige in den Bergen. Andere Dörfer liegen weit ab von der Zivilisation und die Lebensmittel müssen kilometerweit mit Esel transportiert werden.

Die Menschen sind sehr arm und ich frage mich was für ein Leben. Kinder mit roten Schnupfennasen, betteln bei den wenigen Touristen, die heute hier aussteigen um Geld. Karg, eintönig und ein Leben voller Entbehrungen. Ein schönes Fotomotiv jedoch leben möchte ich hier um keinen Preis der Welt, vor allem nicht im Winter.

Die Verkehrsachse in den Süden von Marokko

An der N9 wird überall gebaut. Hangsicherungen, Strassen Verbreitungen und Belagserneuerung viele Baustellen auf der Strecke über den Pass nach Ouarzazate. Kurz vor der Passhöhe gibt es einen Ausstellplatz, von dem aus eindrücklich die steile sich unzählige Male windende Strasse und die umliegende Bergwelt bestaunt werden kann.

Im Januar ist es eisig kalt und ein garstig kräftiger Wind weht hier. Die wenigen Touristen hält es hier oben nicht lange. Auch die Geschäfte auf der Passhöhe, sind nur halbwegs geöffnet. Die N9 wird nicht nur von Touristen befahren. Die einzige vernünftige Strasse in den Süden von Marokko wird von vielen Lastwagen befahren und manchmal ist es besser, die Augen zu schliessen bei dem zweifelhaften Fahrstiel der Marokkaner auf der kurvenreichen Strecke.

Dieser Hochgebirgspass bietet einen atemberaubenden Blick auf das Atlasgebirge rund um jede Serpentinen- und Haarnadelkurve.Diese Strasse ist normalerweise das ganze Jahr über geöffnet, aber von November bis März fällt häufig Schnee auf den Pass, dann wird die Strasse Sicherheitshalber auch mal geschlossen.

Die Filmkulissen um Ouarzazate

Die Stadt Aït-Ben-Haddou bei Ait Benhaddou ist eine halbwegs gut erhaltenen Lehmbausiedlung, am Fusse des Hohen Atlas. Der komplette alte Ortskern ist seit 1987 teil des UNESCO Weltkulturerbes und zeiht dem entsprechend viele Touristen an. Hier wurden Filme wie Sodom und Gomorrha und Gladiator gedreht. Gerade ist wieder ein Filmemacher Team Vorort um zu Drehen. Um was es sich handelt konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Die glorreichen Tage vom Atlas Studio gehören längst der Vergangenheit an. Die Bevölkerung hier zerrt jedoch immer noch täglich von den vielen Touristen, die hier ankommen. Ob es sich lohnt ist für mich eher fragwürdig. Ausser dass hier noch einige alte Filmkulissen und Fotos und Gemälden von Filmstars herumstehen, gibt es nicht viel zu sehen.

Erst um 18.00h geht die Fahrt wieder zurück nach Marrakesch. Für die rund 182 Kilometer brauen wir mindestens dreieinhalb Stunden und kommen so erst bei Dunkelheit wieder in Marrakesch an. Es war also ein langer Tag, der sich auf jeden Fall gelohnt hat. Abgesehen vom Wetter wäre wahrscheinlich Frühling oder Herbst sicher angenehmer.

Atlas Studio Marokko Triptramper

Atlas Studio Marokko Triptramper

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